Vergiftungsgefahr bei Verwechslung von Bärlauch

  • 28.04.2009
  • 711 Views
  • 0 0

Wenn die ersten warmen Tage kommen, sind schon die Sammler in den Wäldern und Wiesen unterwegs um Wildgemüse wie den Bärlauch zu sammeln. Der Bärlauch ist eine sehr gesunde und in der Naturheilkunde sehr geschätzte Pflanze. Leider unterschätzen viele aber die Gefahren die vom Sammeln der Pflanzen ausgehen. So kommt es jedes Jahr zu zum Teil tragischen Vergiftungsfällen, die durch die Verwechslung des Bärlauchs mit anderen Gewächsen kommt.

Die Blätter des Maiglöckchens ähneln denen des Bärlauchs sehr stark und oft wachsen beide Pflanzen auch relativ nah beieinander. Das Maiglöckchen ist eine sehr schöne Blume die aber in allen Teilen sehr giftig ist, sie enthält Glykoside, dies sind Giftstoffe wie sie auch der hochgiftige Fingerhut enthält. Gerät so ein Blatt in zwischen den gesammelten Bärlauch so kann Übelkeit auftreten sowie Herzrhythmusstörungen, diese können im Extremfall sogar zum Tod führen.

Ebenso gefährlich kann es werden wenn es zu einer Verwechslung mit der Herbstzeitlose kommt, zwar blüht diese Giftpflanze wie der Name schon sagt erst im Herbst, aber die grünen Blätter erscheinen im Frühjahr etwa zur selben Zeit wie der Bärlauch. Diese Blätter enthalten das Alkaloid Colchicin. Eine Vergiftung äußert  sich zunächst in einem Brennen im Mund, es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen. Wenn der Verdacht einer Vergiftung besteht, ist sofort ein Arzt hinzu zu ziehen. Denn gerade bei Kindern besteht die Gefahr eines Atemstillstands. Wer Bärlauch sammelt sollte sich die Blätter genau ansehen und immer daran riechen, denn nur der Bärlauch verströmt den typischen knoblauchähnlichen Duft.

Aber nicht nur die Verwechslung des Bärlauchs mit seinen giftigen Doppelgängern kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Oft findet man an den Blättern die Eier des Fuchsbandwurms. Das ist ein Parasit der sich in den inneren Organen wie der Leber oder der Milz festsetzt und vor dort aus das umliegende Gewebe zersetzt. Das tückische an dem Befall ist, dass der Betroffene oft jahrelang nichts davon bemerkt. Dabei werden die Organe, durch die Vermehrung des Wurms so stark geschädigt dass für einen Teil der Erkrankten jede Hilfe zu spät kommt. Wird der Befall rechtzeitig entdeckt so müssen über Jahre hinweg Anti-Wurm-Medikamente eingenommen werden.

Wer das alles vermeiden will, sollte sehr vorsichtig sein wenn es um das Sammeln und den Genuss von Bärlauch geht. Denn obwohl immer wieder vor der Gefahr einer Verwechslung gewarnt wird, kommt es doch immer wieder zu Todesfällen. Wer sich vor dem Fuchsbandwurm wirksam schützen will, der sollte die Blätter vor dem Verzehr kurz blanchieren, bzw. die Speisen in denen Bärlauch enthalten ist gut durch erhitzen. Das ist die einzige Methode die die Eier des Fuchsbandwurms unschädlich macht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.