Korrekturhinweis vom 8. September 2026. Die frühere Fassung dieses Beitrags stellte die „Entschlackung“ als Tatsache dar — „mit Hilfe der Darmreinigung über den Blutkreislauf abgebaut“, „man fühlt sich wie ein neuer Mensch“. Für Schlacken im Körper gibt es keinen Nachweis; die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält ausdrücklich fest, dass es sie in einem gesunden Körper nicht gibt. Die Aussagen sind entfernt. Ebenfalls entfernt ist eine Buchungsempfehlung für eine externe Reiseplattform am Beitragsende — sie gehörte nicht in einen redaktionellen Text.
Was die Mayr-Kur ist
Die F.-X.-Mayr-Kur ist eine Fastenform mit einer Diätphase, benannt nach dem österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr. Sie kombiniert eine stark eingeschränkte Kost mit Bittersalzen oder ähnlichen abführenden Mitteln, Bauchmassagen und Ruhephasen.
Ihr Versprechen ist die „Reinigung“ oder „Sanierung“ des Darms. Genau an diesem Punkt lohnt es sich hinzusehen.
Die Schlacken, die es nicht gibt
Die Vorstellung hinter der Entschlackung beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung so: unerwünschte Stoffe „sollen sich dann als sogenannte ‚Schlacken‘ in Organen und im Bindegewebe ablagern“.
Die Verbraucherzentrale zitiert dazu die DGE mit dem entscheidenden Satz: „In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten.“
Was der Körper stattdessen tut, beschreibt die DGE nüchtern: Er scheidet unerwünschte Stoffe „über Leber, Nieren, Darm, Haut und die Atmung“ aus. Und die Verbraucherzentrale ergänzt: „Leber und Niere sind die Hauptentgiftungsorgane des Körpers. Sie arbeiten beim gesunden Menschen so zuverlässig, dass kaum schädliche Stoffe zurückbleiben.“
Zur Wirksamkeit von Entgiftungsdiäten insgesamt schreibt die DGE: „Für die Wirkung sogenannter Entgiftungs- oder Detox-Diäten fehlen bisher wissenschaftliche Nachweise.“
Was das für die Mayr-Kur bedeutet — und was nicht
Es bedeutet nicht, dass eine Fastenwoche nichts bewirkt. Wer eine Woche lang wenig und anders isst, spürt das. Es bedeutet, dass die Begründung nicht trägt: Es werden keine Schlacken ausgeleitet, weil es keine gibt.
Wer die Mayr-Kur erwägt, sollte deshalb wissen, wofür er sich entscheidet — für eine Fastenform mit Ruhe und Ernährungsumstellung, nicht für eine Entgiftung.
Fasten und Abnehmen
Die DGE ist auch hier zurückhaltend: „Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist das Heilfasten nur bedingt zu empfehlen. Es kann aber möglicherweise einen Einstieg in eine Ernährungsumstellung darstellen.“
Als Nachteile von Entgiftungsdiäten nennt sie Nährstoffmangel bei Protein und Fett, eine erhöhte Gefahr für Essstörungen durch die extrem niedrige Protein- und Energiezufuhr sowie einen Jo-Jo-Effekt durch die Senkung des Grundumsatzes.
Die abführenden Mittel
Die Darmentleerung durch spezielle Präparate — auch „Colon Cleansing“ genannt — ist Teil vieler Entgiftungskonzepte und auch der Mayr-Kur, dort in Form von Bitter- und Glaubersalzen.
Die Verbraucherzentrale beschreibt zwei konkrete Risiken solcher Mittel: „Die ständige Verwendung solcher Mittel in hoher Dosierung kann zur erhöhten Ausscheidung bestimmter Mineralstoffe führen und die Wirkung von Medikamenten abschwächen.“ Und: Inhaltsstoffe können „mit gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten und zu gefährlichen unerwünschten Wirkungen führen.“
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, klärt eine Fastenkur deshalb vorher ärztlich ab — das gilt besonders bei Blutdruck-, Diabetes- und Gerinnungsmedikamenten, deren Wirkung von Flüssigkeit, Mineralstoffen und Nahrungsaufnahme abhängt.
Ärztliche Begleitung
Die DGE formuliert es als Bedingung, nicht als Empfehlung: „Um eine erfolgreiche und sichere Durchführung zu gewährleisten, sollte das Heilfasten von Ärzt*innen oder Therapeut*innen betreut werden.“
Das ist der praktische Kern dieses Beitrags. Nicht die Frage, ob eine Kur „entschlackt“, sondern die Frage, ob sie für den eigenen Körper und die eigene Medikation geeignet ist — und die beantwortet keine Website.
Was dieser Beitrag nicht leistet
Er nennt keinen Ablaufplan, keine Mengen und keine Dauer. Die frühere Fassung beschrieb Tagesabläufe und Salzanwendungen; das ist eine Anleitung zur Selbstbehandlung mit abführenden Mitteln und steht hier nicht mehr.
Er nennt keine Anbieter, keine Fastenhotels und keine Buchungsplattformen.
Er bewertet die Mayr-Kur nicht als schädlich. Er sagt, was sich belegen lässt und was nicht — und wer die Entscheidung treffen sollte.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Entgiftungsdiäten — Vorstellung der „Schlacken“, tatsächliche Ausscheidungswege des Körpers, fehlende wissenschaftliche Nachweise, Nachteile einschließlich Nährstoffmangel und Jo-Jo-Effekt, Darmentleerung durch Präparate
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Heilfasten — Abgrenzung zum totalen Fasten, Bewertung zur dauerhaften Gewichtsabnahme, Betreuung durch Ärztinnen, Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten
- Verbraucherzentrale: Detox – überflüssig oder doch gesünder durch Entgiftung?, Stand 9. Januar 2026 — keine Ansammlung von Schlacken im gesunden Körper, Leber und Niere als Hauptentgiftungsorgane, fehlender Wirksamkeitsnachweis, Mineralstoffverluste und Wechselwirkungen mit Arzneimitteln
ICH BIN 46 JAHRE HABE SEID ZWEI JAHREN PROBLEME MIT DEM DARM .ICH WEIS NICHT MEHR WAS ICH MACHEN SOLL,BEI ARZT WAHR ICH AUCH SCHON NICHTS GEFUNDEN.ICH BITTE UM HILFE ps: HABE DANN DAS GEFÜHL ICH MUSS SCHNELL ZUM KO BEKOMME AUCH KRÄMPFE.ES DAUERTSO EINE HALBE STUNDE GRUSS MARTINA
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Also ich bin ja schon Mayr-Kur Fan. Das oben geschriebene stimmt so leider nicht ganz. Allzu wissenschaftlich kann man gewisse Phänomen ja auch nicht immer angehen.
Ich jedenfalls schwöre auf die Mayr-Kur. Mir hat sie gut getan und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, ich leide gar unter irgendeiner Mangel-Erscheinung. Ganz im Gegenteil. Ich war Leistungsfähig und habe wieder Sport gemacht.
Am Besten man probiert selber mal die Mayr-Kur aus. Ich denke dann kann man sich noch am Besten selber ein Bild machen.
Muss sagen finde deinen sehr detailierten Artikel wirklich super. Habe mich schon etwas mehr mit der mayr kur beschäftigt, aber es war nirgends was wirklich detailliertes zu finden.
Frage: Ich bin schon etwas älter (62) und wollte fragen ob ich meinem körper diese kur antun kann.