Migräne: Behandlung in der Attacke und die Zehn-Tage-Regel

von Redaktion MediclifeVeröffentlicht am Zuletzt überarbeitet am

Korrekturhinweis vom 8. September 2026. Die frühere Fassung dieses Beitrags stellte fest, bei Migräne „helfen eben nicht einfache Schmerzmittel“. Das trifft nicht zu: Paracetamol und entzündungshemmende Schmerzmittel gehören zu den Mitteln, die bei einer Migräneattacke eingesetzt werden. Die Aussage ist entfernt. Ergänzt sind der Hinweis auf die ärztliche Abklärung vor jeder Selbstbehandlung und die Zehn-Tage-Regel gegen den Kopfschmerz durch Schmerzmittelübergebrauch, die in der alten Fassung ganz fehlte.

Was eine Migräne ist

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) grenzt sie ab:

„Eine Migräne ist etwas anderes als gewöhnliche Kopfschmerzen, die fast jeder Mensch ab und zu hat. Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich heftige Schmerzen ein, oft nur auf einer Kopfseite.“

Dazu kommen häufig Übelkeit, Erbrechen sowie eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Bei einem Teil der Betroffenen gehen der Attacke Wahrnehmungsstörungen voraus — die Aura.

Zuerst: die Abklärung

Das ist der Satz, der in der alten Fassung fehlte und der über alles Weitere entscheidet:

„Bevor man sich selbst behandelt, sollte aber ärztlich abgeklärt sein, dass es sich bei den Kopfschmerz-Anfällen tatsächlich um eine Migräne handelt.“

Sofort ärztliche Hilfe — Notruf 112 — ist geboten bei: einem schlagartig einsetzenden, noch nie erlebten Vernichtungskopfschmerz; Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife; Kopfschmerz mit Lähmung, Sprach- oder Sehstörung, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung; Kopfschmerz nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf. Ebenfalls abklären lassen: Kopfschmerzen, die sich in ihrem Muster deutlich verändern, oder die erstmals nach dem 50. Lebensjahr auftreten.

Was in der Attacke hilft

Viele Betroffene beginnen mit dem, was sich bewährt hat. Das IQWiG beschreibt es so: „Viele Menschen mit Migräne lindern Anfälle zunächst einmal mit allem, was ihnen persönlich aus Erfahrung guttut: Sie legen sich in einem ruhigen und dunklen Raum hin.“

An Medikamenten nennt das IQWiG: „Dazu gehören vor allem Paracetamol, entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen und spezielle Migränemittel wie Triptane.“

Zur Verfügbarkeit: „[ASS] und Ibuprofen sind in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich, ebenso zwei Wirkstoffe aus der Gruppe der Triptane.“

Rezeptfrei heißt nicht beliebig. Diese Wirkstoffe haben Gegenanzeigen und Wechselwirkungen; Triptane kommen bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht infrage. Welches Mittel für Sie passt, wird vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke besprochen. Dosierungen nennt dieser Beitrag nicht.

Die Zehn-Tage-Regel

Der wichtigste praktische Hinweis dieses Beitrags — und derjenige, den Ratgebertexte am häufigsten auslassen:

„Werden Schmerz- und Migränemedikamente zu oft eingesetzt, können sie die Kopfschmerzen verstärken. Daher wird empfohlen, Schmerz- und Migränemedikamente nicht häufiger als zehn Tage im Monat zu nehmen.“

Wer regelmäßig darüber liegt, gerät in einen Kreislauf, in dem das Mittel selbst zum Auslöser wird. Das ist ein Grund, in der Praxis darüber zu sprechen — nicht, die Dosis zu erhöhen.

Wenn die Anfälle häufig oder sehr stark sind

„Bei sehr starken oder sehr häufigen Migräneanfällen kommen auch Medikamente zur Vorbeugung oder eine psychotherapeutische Behandlung infrage.“

Beides wird ärztlich eingeleitet und begleitet. Ein Kopfschmerzkalender — Datum, Dauer, Stärke, eingenommene Mittel — ist dafür die nützlichste Vorbereitung, die Betroffene selbst leisten können.

Zu den Auslösern

Wetterwechsel, unregelmäßiger Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, Stress und dessen plötzliches Nachlassen werden von vielen Betroffenen als Auslöser berichtet. Ob und welche im Einzelfall zutreffen, zeigt nur die eigene Beobachtung über längere Zeit.

Die frühere Fassung nannte hier eine Zahl — „50 % aller betroffenen Befragten“ — ohne Quelle. Sie ist entfallen.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er nennt keine Dosierungen und keine Präparate.

Er stellt keine Diagnose. Migräne wird ärztlich festgestellt, und dieselben Beschwerden können andere Ursachen haben.

Er nennt keine Naturheilmittel als Behandlung. Die frühere Fassung stellte sie gleichrangig neben schulmedizinische Präparate; die herangezogene Quelle tut das nicht.

Er behauptet nicht mehr, dass einfache Schmerzmittel bei Migräne nicht helfen.

Quellen

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Migräne, Stand 13. Juli 2022 — Abgrenzung zu gewöhnlichem Kopfschmerz, Vorgehen in der Attacke, Paracetamol, NSAR und Triptane, Rezeptfreiheit einzelner Wirkstoffe, ärztliche Abklärung vor der Selbstbehandlung, Vorbeugung und Psychotherapie bei häufigen Anfällen, Zehn-Tage-Regel gegen Kopfschmerz durch Schmerzmittelübergebrauch

2 Kommentare zu „Migräne: Behandlung in der Attacke und die Zehn-Tage-Regel“

  1. Solange lediglich Symptome „bekämpft“ werden, kann sich nachhaltig nicht viel ändern.

    Ich habe – auch als Fernanwendung – recht erfreuliche Ergebnisse erzielt, indem wir auf der Ursachenebene mit Reiki bzw. Energieanwendungen gearbeitet haben.

    Natürlich gehört hierzu auch die Eigenverantwortung des Klienten – also der tatsächliche Wille, gesund werden zu wollen.

    Herzliche Grüße

  2. Da gebe ich recht: Es sollten nicht nur die Symptome bekämpft werden. Meiner Meinung nach sollte man etwas an der Ernährung ändern. Kaum Kohlenhydrate, die praktisch das gleiche wie Zucker sind, und viel mehr tierische Fette und Proteine. Der Mensch ist einfach nicht gebaut um Körner zu essen. Es vermüllt den Körper. Daher kommen unsere ganzen „Zivilisationskrankheiten“. „Jäger-Sammler-krankheiten“ hingegen gibt es nicht!

Die Kommentare sind geschlossen.