Die Grenze, bis zu der Sie selbst tätig werden dürfen
Das Umweltbundesamt zieht sie klar:
„kleineren Schimmelbefall (zum Beispiel < 0,5 m² und nur oberflächlicher Befall) selbst beseitigen“
Ein halber Quadratmeter — das entspricht etwa einem Bereich von 70 mal 70 Zentimetern. Und nur, wenn der Befall oberflächlich ist: Was in die Wand, hinter Tapete oder in Dämmung reicht, gehört nicht dazu.
„Größerer Schimmelbefall sollte immer von einer fachkundigen Firma saniert werden.“
Wer es nicht selbst tun sollte
Die Selbstbeseitigung kommt nur infrage, „wenn Sie nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren, an chronischen Erkrankungen der Atemwege leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben“.
Wer Asthma hat, eine Schimmelpilzallergie, eine chronische Lungenerkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem — etwa unter einer Chemotherapie oder nach einer Transplantation —, lässt die Arbeit von anderen erledigen. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme unter vielen; es ist der Grund, warum diese Grenze existiert.
Schutzausrüstung
Das Umweltbundesamt nennt drei Dinge, alle im Baumarkt erhältlich:
- „Schutzhandschuhe aus Kunststoff tragen“
- „Atemschutz tragen“
- „spezielle Staub-Schutzbrillen tragen“
Zum Alkohol — der Punkt aus dem Korrekturhinweis
Hochprozentiger Alkohol wird zur Behandlung kleiner Flächen verwendet. Dabei gilt eine Warnung, die die frühere Fassung dieses Beitrags nicht enthielt:
Beim Umgang mit hochprozentigem Alkohol besteht Explosionsgefahr.
Praktisch heißt das: währenddessen und danach gut lüften, keine offene Flamme, nicht rauchen, keine elektrischen Schalter betätigen, keine großen Mengen verwenden. Für kleinere befallene Flächen können einzelne Oberflächen im Ausnahmefall auch mit einem Tuch und dreiprozentiger Wasserstoffperoxid-Lösung abgewischt werden.
Der Schritt, der wichtiger ist als das Abwischen
„Die Ursachen für die erhöhte Feuchtigkeit, die zu dem Schimmelwachstum geführt haben, müssen geklärt und abgestellt werden.“
Ohne diesen Schritt kommt der Schimmel wieder — an derselben Stelle. Mögliche Ursachen sind bauliche Mängel, Wärmebrücken, ein Wasserschaden oder ein Lüftungsverhalten, das die Feuchtigkeit nicht abführt. Bei Mietwohnungen gehört der Befall dem Vermieter angezeigt.
Was Schimmel gesundheitlich bedeutet
Schimmel in Innenräumen ist ein hygienisches Problem und sollte beseitigt werden. Beschwerden, die im Zusammenhang berichtet werden, sind vor allem Reizungen der Atemwege und der Augen sowie allergische Reaktionen; Menschen mit Asthma oder einer Schimmelpilzallergie sind besonders betroffen.
Die früher hier genannten Zahlen — „10 m³ Luft“ mit „10.000 Sporen“ — standen ohne Quelle und sind entfallen. Sie erweckten eine Genauigkeit, die es nicht gibt.
Was dieser Beitrag nicht leistet
Er nennt keine Produkte und keine Fachfirmen.
Er nennt keine Konzentrationsangaben für Alkohol und keine Anleitung für großflächige Sanierungen. Dafür gibt es den Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes und Fachbetriebe.
Er stellt keine Diagnose. Wer Beschwerden auf Schimmel zurückführt, klärt das ärztlich ab.
Quellen
- Umweltbundesamt (UBA): Was tun bei Schimmel in meiner Wohnung? — Selbstbeseitigung nur bei kleinerem, oberflächlichem Befall unter 0,5 m², Ausschluss bei Allergie, chronischer Atemwegserkrankung und geschwächtem Immunsystem, Fachfirma bei größerem Befall, Klärung und Abstellung der Feuchtigkeitsursache
- Umweltbundesamt (UBA): Schutzmaßnahmen: Worauf muss ich bei der Entfernung von Schimmel achten? — Schutzhandschuhe aus Kunststoff, Atemschutz und Staub-Schutzbrille
Zuletzt überarbeitet am
Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen
Korrekturhinweis vom 8. September 2026. Die frühere Fassung dieses Beitrags empfahl, „den Schimmel erst mit Alkohol zu bekämpfen“ — ohne Flächengrenze, ohne Schutzausrüstung, ohne Brand- und Explosionshinweis und ohne den Hinweis, wer die Entfernung besser nicht selbst übernimmt. Sie nannte außerdem erfundene Zahlen zur Sporenkonzentration in der Atemluft. Beides ist korrigiert.