Wenn Sie Gedanken daran haben, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie darüber — jetzt, nicht später.
Telefonseelsorge: 116 123 — kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Außerhalb der Praxiszeiten: ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.
Wenn jemand sich oder andere gefährdet: Rettungsdienst 112 oder Polizei 110. Das Bundesministerium für Gesundheit formuliert es so: „Wenn jemand sich oder andere gefährdet, zögern Sie nicht, den Rettungsdienst unter der Nummer 112 oder die Polizei unter der Nummer 110 zu rufen.“
Was eine Depression ist
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt sie so: „Eine Depression führt zu Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Interessensverlust. Sie ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen.“
Und weiter: „Die Betroffenen sind traurig und niedergeschlagen. Vieles erscheint sinnlos, kaum etwas interessiert sie.“
Das ist der Unterschied zu einer schlechten Phase, den jeder kennt: nicht die Traurigkeit selbst, sondern ihre Dauer und ihre Unabhängigkeit von den Umständen.
Wie häufig sie ist
„Schätzungsweise 16 bis 20 von 100 Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben mindestens einmal an einer Depression.“
Also etwa jede fünfte bis sechste Person. Eine Depression ist keine Ausnahme und kein persönliches Versagen.
Das Nationale Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums ordnet sie ebenso ein: Depressionen gehören „zu den häufigsten psychischen Erkrankungen“.
Woran sie festgestellt wird
Nicht an einer einzelnen Beschwerde, sondern an einem Muster über die Zeit: „Wenn mehrere Haupt- und Nebensymptome zwei Wochen oder länger anhalten, wird eine Depression festgestellt.“
Diese Feststellung trifft eine Fachperson, kein Text und kein Selbsttest. Was ein Beitrag leisten kann, ist der Hinweis, ab wann sich das Gespräch lohnt — und die zwei Wochen sind ein brauchbarer Anhaltspunkt.
Gedanken an Selbsttötung
Sie gehören zum Krankheitsbild und werden zu selten angesprochen. Das IQWiG hält fest: „Es können auch Gedanken an Selbsttötung aufkommen. Meistens bleibt es bei den Gedanken, aber leider nicht immer.“
Zwei Dinge folgen daraus. Erstens: Solche Gedanken sind ein Grund, Hilfe zu holen — kein Grund, sich zu schämen. Zweitens: Sie sind kein Zeichen dafür, dass nichts mehr geht. Das IQWiG verweist ausdrücklich auf Angebote wie den Sozialpsychiatrischen Dienst, Krisenzentren oder die Telefonseelsorge, „bei denen sowohl Betroffene als auch Angehörige Hilfe erhalten können“.
Wie behandelt wird
„Die wichtigsten sind eine Psychotherapie und / oder eine Behandlung mit Medikamenten.“
Zwei Wege, die sich nicht ausschließen. Welcher passt, hängt vom Schweregrad, von der bisherigen Krankengeschichte und davon ab, was die betroffene Person will — das wird besprochen, nicht verordnet.
Das Gesundheitsportal beschreibt denselben Grundsatz und nennt den Punkt, der am häufigsten missverstanden wird: Eine Depression ist behandelbar — und die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Eine Depression ist keine vorübergehende Verstimmung, die sich durch Willensanstrengung beenden ließe; sie ist eine Erkrankung mit einer Behandlung.
Zum Verlauf hält das IQWiG fest: „Bei einigen Menschen klingt eine depressive Episode nach einigen Wochen oder Monaten […] wieder ab und kehrt nicht zurück.“ Bei anderen dauert es länger oder die Episode kehrt zurück. Beides ist möglich, und beides ist behandelbar.
Wohin man sich wenden kann
Das Bundesministerium für Gesundheit nennt mehrere Wege:
- Telefonseelsorge, 116 123 — kostenlos und rund um die Uhr.
- Hausärztliche Praxis, psychotherapeutische Praxis oder Fachärztin beziehungsweise Facharzt als erste Anlaufstellen.
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst, 116 117 — „Außerhalb der Öffnungszeiten kann man sich an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung … wenden.“
- Krisendienste vor Ort: „Speziell für psychische Krisen gibt es in vielen Städten und Gemeinden Krisendienste oder sozialpsychiatrische Dienste.“
Für Angehörige
Da sein und zuhören hilft mehr als jeder Rat. Was nicht hilft: Aufforderungen, sich zusammenzureißen, und Vorschläge, die die Erkrankung als Stimmungsfrage behandeln. Angehörige können sich selbst an die Telefonseelsorge wenden — das ist ausdrücklich vorgesehen.
Was dieser Beitrag nicht leistet
- Keine Wirkstoffe und keine Dosierungen. Welches Medikament in Frage kommt, ist eine ärztliche Entscheidung.
- Keine Selbsteinschätzung. Dieser Beitrag ersetzt kein Gespräch und keine Diagnose.
- Keine Ratschläge zur Selbstbehandlung. Hobbys, Lachen und feste Tagesabläufe sind kein Weg aus der Depression. Solche Dinge können im Alltag tragen — als Behandlung sind sie nicht belegt, und als Ratschlag an eine erkrankte Person können sie Druck erzeugen.
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de: Depression — Krankheitsbild, Häufigkeit, Zwei-Wochen-Kriterium, Gedanken an Selbsttötung, Behandlungswege, Verlauf
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Anlaufstellen bei psychischen Krisen — Telefonseelsorge 116 123, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, Rettungsdienst 112 und Polizei 110 bei Eigen- oder Fremdgefährdung, Krisendienste vor Ort
- Bundesministerium für Gesundheit, Nationales Gesundheitsportal: Depression: Symptome, Ursachen, Therapie — Depressionen als eine der häufigsten psychischen Erkrankungen; Abgrenzung von einer vorübergehenden Verstimmung; Behandelbarkeit und Ausrichtung der Behandlung am Schweregrad
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Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen
Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 7. September 2026 inhaltlich korrigiert.