Wechseljahre: Beschwerden, Hormontherapie und was ohne Hormone hilft

Was in den Wechseljahren geschieht

Das Bundesministerium für Gesundheit beschreibt es schlicht: „Bei Frauen in den Wechseljahren ändert sich das Zusammenspiel der Hormone im Körper.“

Als häufige Beschwerden nennt dieselbe Quelle: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Scheidentrockenheit, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme. Hitzewallungen betreffen demnach bis zu zwei Drittel aller Frauen.

Die Hormontherapie — differenziert statt abgeschrieben

Die Wirksamkeit ist nicht strittig:

„Am besten können hormonell bedingte Wechseljahresbeschwerden bisher mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination behandelt werden.“

Strittig war nie das Ob, sondern das Wie lange und für wen. Dazu schreibt dieselbe Quelle:

„Bei einer jahrelangen Hormonbehandlung kann zudem das Risiko für verschiedene ernsthafte Erkrankungen wie Blutgerinnsel, Schlaganfälle und Brustkrebs steigen.“

Das Wort „jahrelang“ trägt den Satz. Wer es weglässt, macht aus einer Frage der Behandlungsdauer eine pauschale Warnung.

Dieses Wort trägt den Satz allerdings nicht allein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums schlüsselt die Krebsrisiken nach Krebsart auf. Ob und wie sehr sich ein Risiko erhöht, hänge „mitunter von der Hormonzusammensetzung und der Behandlungsdauer ab“ — beim Eierstockkrebs aber steigt es nach dieser Darstellung „bereits bei einer Hormonbehandlung die weniger als 5 Jahre gedauert hat“. Eine kurze Behandlung ist also nicht in jeder Hinsicht unbedenklich.

Zwei Angaben weisen in die andere Richtung und gehören ebenso dazu. Zur Größenordnung beim Brustkrebs: Fachleute schätzen, dass das Risiko „ähnlich stark erhöht wird, wie durch starkes Übergewicht (Adipositas) oder Bewegungsmangel“. Und zur Umkehrbarkeit: „Wenn Frauen die Hormonersatztherapie absetzen, reduziert sich das Krebsrisiko auch wieder.“

Und eine Gegenanzeige, die dazugehört: Bei einer bestehenden oder überstandenen Brustkrebserkrankung kann eine Hormonersatztherapie das Rückfallrisiko steigern — „Fachleute raten bei Brustkrebs von einer HET ab.“

Zwei weitere Angaben, die für die Entscheidung wichtig sind:

  • „In den ersten Monaten einer Hormonbehandlung kann es zu Brustspannen, Übelkeit und Schmierblutungen kommen.“
  • „Wird eine Behandlung mit Hormonen beendet, kehren die Beschwerden in der Regel wieder zurück.“

Ob eine Hormontherapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Stärke der Beschwerden, den eigenen Vorerkrankungen und der geplanten Dauer ab. Diese Abwägung gehört in die frauenärztliche Sprechstunde — sie lässt sich weder in einem Text noch mit einer Prozentzahl treffen.

Was ohne Hormone hilft

Das Bundesgesundheitsministerium nennt für das allgemeine Wohlbefinden „Entspannungstechniken, Atemtrainings, Meditation, Yoga oder Tai-Chi“ sowie „Bewegung und Sport“.

Für die Scheidentrockenheit — eine der Beschwerden, über die am wenigsten gesprochen wird — nennt es hormonfreie Möglichkeiten: „Gleitmittel, Cremes und Pflanzenöle“.

Wenn die Stimmung kippt

„Während der Wechseljahre können auch Ein- oder Durchschlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen auftreten.“

Hier ist eine Unterscheidung wichtig: Eine vorübergehende Verstimmung ist etwas anderes als eine Depression. Halten gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit oder Interessenverlust über Wochen an, ist das ein Grund für eine ärztliche Abklärung — unabhängig davon, ob die Wechseljahre eine Rolle spielen.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er nennt keine Häufigkeitszahlen zu einzelnen Beschwerden außer der einen, die in der Quelle steht. Verbreitete Angaben wie „70 – 80%“ für Stimmungsschwankungen sind unbelegt.

Er nennt keine Präparate, keine Dosierungen und keine pflanzlichen Mittel als Empfehlung. Zu deren Wirksamkeit macht die herangezogene Quelle keine Aussage, und ohne Beleg steht hier nichts.

Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Das Bundesgesundheitsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Informationen „nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden“ dürfen.

Quellen

  • Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Wechseljahre: Beschwerden und Behandlung, Stand 3. Februar 2023 — Veränderung des Hormonzusammenspiels, häufige Beschwerden, Östrogen-Gestagen-Kombination als wirksamste Behandlung, Risiken bei jahrelanger Anwendung, Nebenwirkungen in den ersten Monaten, Rückkehr der Beschwerden nach Beendigung, nicht-hormonelle Möglichkeiten, depressive Verstimmungen, Hinweis zur Selbstdiagnose
  • Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst: Krebsrisiko von zugelassenen Arzneimitteln — Hormonersatztherapie als wirksame Methode gegen starke Wechseljahresbeschwerden, Abhängigkeit des Risikos von Hormonzusammensetzung und Behandlungsdauer, Anstieg des Eierstockkrebsrisikos bereits unter fünf Jahren, Einordnung des Brustkrebsrisikos in der Größenordnung von Adipositas und Bewegungsmangel, Rückgang des Krebsrisikos nach dem Absetzen, Abraten von einer Hormonersatztherapie bei Brustkrebs

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Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen

Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 8. September 2026 inhaltlich korrigiert.

Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 12. September 2026 inhaltlich korrigiert.