Augen lasern: Was die LASIK leistet und welche Risiken dazugehören

von Redaktion MediclifeVeröffentlicht am Zuletzt überarbeitet am

Korrekturhinweis vom 8. September 2026. Die frühere Fassung dieses Beitrags enthielt zwei schwerwiegende Fehler. Sie versicherte, der Laser „garantiert zusätzlich die Sicherheit und erfolgreiche Behandlung“, und der Eingriff finde „bei EuroEyes ohne Komplikationen“ statt. Und sie sprach an sechs Stellen von der Netzhaut — von „Netzhautoperation“, „Netzhaut-Lamelle“ und „gesunder Netzhautkrümmung“. Die LASIK arbeitet ausschließlich an der Hornhaut. Beide Fehler sind korrigiert, der Betreibername und der Verweis auf eine Anbieterseite sind entfernt. In diesen Beitrag ist außerdem ein zweiter Beitrag zum Augenlasern eingegangen, der eine namentlich genannte Klinik im Ausland empfahl.

Woran operiert wird

An der Hornhaut — der klaren, gewölbten Schicht ganz vorn am Auge. Nicht an der Netzhaut, die ganz hinten im Auge liegt und das Licht in Nervensignale umwandelt.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt das Prinzip: „Bei einem Laser-Eingriff wird gezielt ein Teil der Hornhaut abgetragen, sodass sie dünner und flacher wird.“

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands beschreibt den Schritt, der die LASIK von anderen Verfahren unterscheidet: „Die Hornhaut wird vor dem Laservorgang flach eingeschnitten und die obere Schicht wie ein Deckel abgeklappt (Flap).“

Nach dem Abtragen wird dieser Deckel zurückgeklappt. Der Flap ist der Grund für einen Teil der Komplikationen, die weiter unten stehen.

Was sich damit korrigieren lässt

Der Berufsverband nennt Grenzen: „Bei der LASIK können Korrektionen einer Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien, einer Hornhautverkrümmung bis -4 Dioptrien und einer Weitsichtigkeit von bis zu +3 Dioptrien vorgenommen werden.“

Ob ein Auge geeignet ist, entscheidet damit nicht der Wunsch, sondern der Befund — unter anderem die Dicke der Hornhaut, denn abgetragenes Gewebe wächst nicht nach. Das klärt eine Voruntersuchung.

Komplikationen und Nebenwirkungen

Hier steht der Kern der Korrektur. Komplikationsfreiheit gibt es nicht.

Der Berufsverband der Augenärzte beziffert die häufigsten Nebenwirkungen:

  • „Trockene Augen in den ersten Wochen oder Monaten nach der Operation (ca. 15–20 Prozent)“
  • „Blendempfindlichkeit für einige Wochen oder Monate (< 5 Prozent)“

Dazu kommen Flap-Komplikationen und die Ektasie — eine fortschreitende Vorwölbung der geschwächten Hornhaut, die eine Folgebehandlung nötig machen kann.

Das IQWiG ergänzt: „Bei LASIK sind außerdem Komplikationen am umgeklappten Hornhautdeckel (Flap) möglich, die die Sicht beeinträchtigen.“

Und es ordnet die schweren Fälle ein: „Komplikationen, die das Sehen langfristig einschränken, sind bei den Eingriffen selten – zum Beispiel Entzündungen, starke Narbenbildung oder Schnittfehler an der Hornhaut.“

„Selten“ ist nicht „nie“. Wer eine Garantie hört, hört keine medizinische Aussage.

Als weitere Nebenwirkungen nennt das IQWiG „trockene Augen, Lichtempfindlichkeit, Sehen von hellen Kränzen (Halos)“.

Was zu einer ehrlichen Abwägung gehört

Ein Laser-Eingriff am Auge ist nicht umkehrbar. Brille und Kontaktlinsen sind es. Das ist kein Argument dagegen — es ist der Grund, warum die Entscheidung Zeit verdient.

Zur Abwägung gehören außerdem: die Alterssichtigkeit, die sich ab etwa Mitte vierzig unabhängig vom Eingriff entwickelt; die Frage, ob die Werte über längere Zeit stabil waren; und die Alternativen — andere Laserverfahren ohne Flap sowie Linsenverfahren, über die im Vorgespräch aufgeklärt wird.

Wer den Eingriff bezahlt

Refraktive Eingriffe sind in aller Regel Selbstzahlerleistungen. Was das im Einzelfall bedeutet — auch für Nachbehandlungen —, gehört vor der Entscheidung geklärt.

Wie sich ein Anbieter beurteilen lässt

Dieser Beitrag nennt keine Klinik und keinen Anbieter, weder im Inland noch im Ausland. Was sich stattdessen prüfen lässt: die augenärztliche Qualifikation der operierenden Person, der Umfang der Voruntersuchung, die Aufklärung über Alternativen und Risiken — und die Frage, wer die Nachsorge übernimmt und was sie kostet.

Für einen Eingriff im Ausland kommt hinzu, dass Nachsorge und Haftung anderen Regeln unterliegen. Das ist ein eigenes Thema und in einem eigenen Beitrag behandelt.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er nennt keine Preise. Die frühere Fassung des eingegangenen zweiten Beitrags nannte „ab etwa 1000 Euro“ inklusive Reise und Hotel.

Er nennt keine Häufigkeitszahlen zu Brillenträgern in Deutschland. Die früheren Angaben — „mehr als 40 Millionen“, ein Anstieg „von 43 % auf mehr als 50 %“ — standen ohne Quelle.

Er empfiehlt den Eingriff nicht und rät auch nicht davon ab.

Er ersetzt keine augenärztliche Voruntersuchung und kein Aufklärungsgespräch.

Quellen

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Operationen bei Kurzsichtigkeit, Stand 11. September 2024 — Abtragung eines Teils der Hornhaut, Flap-Komplikationen, seltene langfristige Seheinschränkungen, Nebenwirkungen
  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA): LASIK, Stand Juni 2026 — Einschnitt der Hornhaut und Bildung des Flaps, Korrekturbereiche in Dioptrien, Häufigkeit trockener Augen und Blendempfindlichkeit, Flap-Komplikationen und Ektasie