Die wirksamste Maßnahme zuerst
Die Grippeimpfung. Wer sie erhalten sollte, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gibt dieselbe Empfehlung so wieder:
- „Menschen, die 60 Jahre und älter sind“
- „Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch eine Vorerkrankung“ — dazu zählen unter anderem chronische Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen sowie Leber- und Nierenerkrankungen
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
- Schwangere — die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung „für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon“
- Personen mit häufigem, regelmäßigem und direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln — nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission sowohl im privaten Umfeld als auch bei beruflicher Gefährdung
Der Zeitpunkt: „Eine einmalige Impfung – am besten bereits ab Oktober bis Mitte Dezember – bietet in der Regel ausreichend Schutz für die gesamte Grippesaison.“ Das Robert Koch-Institut nennt denselben Zeitraum und den Grund dafür: „Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.“ Wird der Zeitraum versäumt, „kann es auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen“.
Warum jedes Jahr neu: „Da sich das Grippevirus leicht verändern kann, werden die Grippeimpfstoffe jedes Jahr angepasst, damit ein bestmöglicher Schutz erzielt werden kann.“
Was nach der Impfung auftreten kann: „Gelegentlich kann es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr nach der Impfung zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen.“ Auch „Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskelschmerzen“ sind möglich; sie „klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab“. Das ist keine Grippe — der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren.
Ob die Impfung im Einzelfall angezeigt ist, klärt die hausärztliche Praxis.
Grippe ist nicht Erkältung
Eine echte Influenza beginnt meist plötzlich, mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Eine Erkältung entwickelt sich langsamer und bleibt milder. Der Unterschied ist nicht sprachlich — er erklärt, warum es gegen die eine eine Impfempfehlung gibt und gegen die andere nicht.
Was sonst schützt
Abstand halten, wo es geht. Das Bundesinstitut empfiehlt, Kontakt zu erkrankten Personen zu vermeiden — insbesondere in „öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Einkaufsstätten“.
Hände waschen. Gründlich und regelmäßig, besonders nach dem Nachhausekommen und vor dem Essen.
Eine Maske ist in Situationen mit vielen Menschen auf engem Raum eine sinnvolle Ergänzung — und keine Hysterie. Wer selbst erkrankt ist und das Haus verlassen muss, schützt damit vor allem andere.
Zu Hause bleiben, wenn man krank ist. Die einfachste Maßnahme und die, die am häufigsten unterbleibt.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
- Atemnot, Schmerzen beim Atmen oder Blaufärbung der Lippen — sofort, Notruf 112
- Fieber, das nach einer Besserung erneut ansteigt — das kann auf eine bakterielle Zweitinfektion hinweisen
- anhaltend hohes Fieber, Verwirrtheit, starke Schwäche, ausbleibende Flüssigkeitsaufnahme
- Grippebeschwerden bei Säuglingen, bei sehr alten Menschen, in der Schwangerschaft oder bei geschwächtem Immunsystem
Was dieser Beitrag nicht leistet
Er nennt keine Hausmittel als Schutz. Kalte Duschen, heiße Zitrone und Ingwertee verhindern keine Influenza.
Er nennt keine Nahrungsergänzung.
Er nennt keine Wirkstoffe und keine Dosierungen.
Er ersetzt keine ärztliche Beratung — die Impfentscheidung gehört in die Praxis.
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de: Grippeimpfung bei Erwachsenen, Stand 16. April 2026 — Empfehlung für Menschen ab 60 Jahren, für Menschen mit Vorerkrankungen und für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen; Impfzeitraum Oktober bis Mitte Dezember; jährliche Anpassung der Impfstoffe; mögliche Impfreaktionen; Kontaktvermeidung als weitere Schutzmaßnahme
- Robert Koch-Institut, Ständige Impfkommission (STIKO): Schutzimpfung gegen Influenza — Impfempfehlung, Stand 10. September 2026 — Empfehlung für alle Personen ab 60 Jahren, für Schwangere ab dem 2. Trimenon und bei Grundleiden ab dem 1. Trimenon, für Personen mit Grundleiden (Atmungsorgane, Herz-Kreislauf, Leber, Niere, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Erkrankungen, Immundefizienz), für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie bei Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln; Impfzeitraum Oktober bis Mitte Dezember, Aufbau des Impfschutzes in 10 bis 14 Tagen, Nachholen im Verlauf der Grippewelle
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Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen
Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 8. September 2026 inhaltlich korrigiert.