Sauna: Was sie bewirkt, was nicht — und wer vorher klären sollte

Was beim Saunieren geschieht

Die Körpertemperatur steigt, die Blutgefäße der Haut weiten sich, der Körper schwitzt. Beim anschließenden Abkühlen ziehen sich die Gefäße wieder zusammen. Dieser Wechsel wird von vielen Menschen als angenehm und entspannend empfunden.

Was dabei nicht geschieht: eine Entgiftung. Schweiß besteht überwiegend aus Wasser und Salzen. Das Bundeszentrum für Ernährung ist bei der Sache eindeutig: Ein gesunder Körper „sehr gut selbst von unerwünschten Stoffen befreien und reichert keine schädlichen ‚Schlacken‘ an“ — „von einer vermeintlich notwendigen ‚Entgiftung‘ ganz zu schweigen“.

Wer die Arbeit tatsächlich erledigt, benennt dieselbe Quelle: „Endprodukte des gesunden Stoffwechsels werden über Leber, Nieren, Darm, Haut und die Atmung ausgeschieden.“ Die Haut ist daran beteiligt — als eines von fünf Organen, nicht als Entgiftungsweg, den man durch Schwitzen anschalten könnte.

Was sich zur Wirkung sagen lässt

Ehrlich: wenig Belastbares. Für die verbreiteten Aussagen — Saunieren stärke das Immunsystem, senke die Zahl der Erkältungen, verbessere den Schlaf oder lindere depressive Verstimmungen — fand sich in den für diesen Beitrag geprüften Quellen kein belastbarer Nachweis. Deshalb steht hier keiner.

Das ist kein Argument gegen die Sauna. Es ist der Unterschied zwischen „tut vielen gut“ und „ist belegt“.

Wer vorher ärztlich klären sollte

Die Hitze belastet den Kreislauf, und zwar messbar. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie beschreibt, was geschieht: Die Sauna erhöht das Herzminutenvolumen, sie „senkt [die Sauna] den Blutdruck und hebt die Pulsfrequenz an“. Wer saunieren will, muss deshalb über funktionierende Ausgleichsmechanismen verfügen — genau daran fehlt es bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Bei einigen Herzerkrankungen rät die Fachgesellschaft ausdrücklich ab. Wörtlich: „Unter anderem bei akutem Koronarsyndrom, Aortenstenose, hyper[tropher] Kardiomyopathie, florider Endokarditis sowie bei Einnahme von Medikamenten wie Nitraten und PDE-5-Hemmern sollte lieber auf den Gang in die Sauna verzichtet werden.“ Und für alle übrigen Herzpatientinnen und -patienten gilt: erst mit der behandelnden Kardiologin oder dem behandelnden Kardiologen klären, „ob und bei welchen Temperaturen sie bedenkenlos saunieren können“.

Zu den beiden genannten Arzneimittelgruppen gehört eine Einordnung. Nitrate und PDE-5-Hemmer sind verschreibungspflichtig und werden ärztlich verordnet. Beide erweitern die Gefäße; sie dürfen nicht zusammen eingenommen werden, weil der Blutdruck sonst stark abfallen kann — und die Hitze der Sauna wirkt in dieselbe Richtung. Wer eines dieser Mittel anwendet, klärt einen Saunabesuch deshalb vor der Einnahme beziehungsweise vor dem Saunagang ärztlich ab. Dosierungen nennt dieser Beitrag nicht.

Vor dem ersten Saunabesuch — oder nach einer längeren Pause — sollte darüber hinaus ärztlich geklärt werden, wer

  • eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat: Herzschwäche, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, schlecht eingestellter Blutdruck
  • akut krank ist: Fieber, Infekt, Entzündung — dann gehört man nicht in die Sauna, auch nicht „zum Ausschwitzen“
  • eine Venenerkrankung hat oder eine Thrombose durchgemacht hat
  • schwanger ist
  • an Epilepsie leidet
  • eine Nierenerkrankung oder eine ärztlich verordnete Flüssigkeitsbeschränkung hat
  • Medikamente einnimmt, die den Kreislauf oder den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen — etwa Entwässerungsmittel, Blutdrucksenker oder bestimmte Psychopharmaka

Bei Kindern gilt: kürzer, niedriger, mit Begleitung — und nur, wenn sie es selbst wollen.

Ein paar praktische Punkte

Vorher duschen und abtrocknen, nicht mit vollem Magen und nicht nach Alkohol saunieren. Auf den eigenen Körper hören und den Saunagang beenden, sobald es unangenehm wird — die übliche Dauer liegt bei etwa 8 bis 15 Minuten. Nach dem Abkühlen ausreichend Zeit zum Nachruhen einplanen und trinken, weil beim Schwitzen Flüssigkeit verloren geht.

Abbrechen und hinsetzen bei Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Kopfschmerz oder Enge in der Brust. Wer nach dem Saunieren länger schwach bleibt, sollte das ärztlich abklären lassen.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er nennt keine Saunatypen als Empfehlung, keine Anbieter, keine Hersteller und keine Preise.

Er verspricht keine Wirkung auf Erkältungen, Schlaf oder Stimmung.

Er ersetzt keine ärztliche Einschätzung — bei den oben genannten Vorerkrankungen ist sie die Voraussetzung, nicht die Ergänzung.

Quellen

  • Verbraucherzentrale: Richtig fasten, Stand 17. Februar 2026 — kein Nachweis für Entschlackung und Entgiftung im Körper; Leber und Niere als Entgiftungsorgane des Körpers
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Was ist dran an Detox-Kuren? — keine Anreicherung schädlicher „Schlacken“ im gesunden Körper, Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte über Leber, Nieren, Darm, Haut und Atmung, fehlende wissenschaftliche Grundlage des Entschlackungsbegriffs
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), herzmedizin.de: Herzerkrankung: So wirkt die Sauna auf das Herz — Wirkung auf Herzminutenvolumen, Blutdruck und Pulsfrequenz; Erkrankungen und Arzneimittel, bei denen von einem Saunabesuch abgeraten wird (akutes Koronarsyndrom, Aortenstenose, hypertrophe Kardiomyopathie, floride Endokarditis, Nitrate, PDE-5-Hemmer); vorherige Abklärung mit der behandelnden Kardiologin oder dem behandelnden Kardiologen

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Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen

Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 8. September 2026 inhaltlich korrigiert.