MRT mit Kontrastmittel: Ablauf, Nierenfunktion und was Sie sagen sollten

Was bei einer MRT geschieht

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beschreibt den entscheidenden Unterschied zu anderen bildgebenden Verfahren:

„Im Gegensatz zur Computertomographie (CT) und zum Röntgen kommt die MRT ohne Röntgenstrahlen oder andere ionisierende Strahlen aus.“

Stattdessen nutzt sie „Magnetfelder und Radiowellen, um das Körperinnere in Form von Schichtbildern darzustellen“. Besonders gut lassen sich damit Weichteile beurteilen — Gehirn, Rückenmark, Gelenke, Bauchorgane, Gefäße.

Wann Kontrastmittel eingesetzt wird

Nicht bei jeder Untersuchung. Kontrastmittel macht bestimmte Gewebe auf den Bildern besser unterscheidbar — Entzündungen und gut durchblutete Bereiche reichern es an.

„In der Regel bekommt eine Patientin oder ein Patient das Kontrastmittel über eine Kanüle in die Armvene gespritzt.“

Verwendet werden gadoliniumhaltige Kontrastmittel. Gadolinium ist ein Metall der seltenen Erden; es liegt im Kontrastmittel in einer chemischen Hülle vor, die es im Körper gebunden hält.

„Innerhalb weniger Stunden scheidet der Körper das Kontrastmittel über die Nieren wieder aus.“

Warum die Nierenfunktion vorher geklärt wird

Das ist der wichtigste Punkt dieses Beitrags:

„Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion benötigt die Niere deutlich mehr Zeit, das Kontrastmittel auszuscheiden.“

Deshalb werden vor einer Untersuchung mit Kontrastmittel die Nierenwerte erhoben. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion kann Kontrastmittel im Einzelfall nicht gegeben werden — diese Entscheidung trifft die radiologische Praxis anhand des Befundes.

Lineare und makrozyklische Kontrastmittel

Es gibt zwei Gruppen gadoliniumhaltiger Kontrastmittel: lineare und makrozyklische. Die Europäische Arzneimittel-Agentur schloss am 20. Juli 2017 ein Überprüfungsverfahren zu dieser Stoffgruppe ab; die rechtsverbindliche Entscheidung der Europäischen Kommission trägt das Datum 23. November 2017.

Der Anlass war eine Ablagerung von Gadolinium im Hirngewebe. Die Agentur hält dazu ausdrücklich fest, es gebe derzeit keinen Beleg dafür, dass die Ablagerung von Gadolinium im Gehirn Patientinnen und Patienten geschadet hat — im Wortlaut „currently no evidence that gadolinium deposition in the brain has caused any harm to patients“. Die Beschränkungen dienen der Vorsorge, nicht der Abwehr eines nachgewiesenen Schadens.

Für die intravenösen linearen Mittel Gadodiamid, Gadopentetsäure und Gadoversetamid gilt die Aussetzung der Zulassung. Ausgenommen sind Gadoxetsäure und Gadobensäure für Leberaufnahmen sowie in das Gelenk gespritzte Gadopentetsäure. Die makrozyklischen Mittel Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol sind nach Angabe der Agentur stabiler und geben Gadolinium weniger leicht ab als die linearen — im Wortlaut „more stable and have a lower propensity to release gadolinium than linear agents“. Sie bleiben in Anwendung, in der niedrigsten Dosis, die ausreichende Bilder liefert.

Für Patientinnen und Patienten folgt daraus keine Handlungsanweisung — die Auswahl des Mittels trifft die untersuchende Einrichtung. Für einen Ratgebertext folgt daraus, dass er keine Handelsnamen nennt: Sie ändern sich, und die Substanzgruppe ist die tragfähigere Information.

Nebenwirkungen

Leichte Reaktionen beschreibt der Krebsinformationsdienst als „ein kurzanhaltendes Wärmegefühl, Kribbeln, Hautreizungen, vorübergehendes Unwohlsein“.

Schwere Nebenwirkungen sind selten; genannt werden „Allergien und Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe der Kontrastmittel“. Bekannte Allergien gehören deshalb vor der Untersuchung genannt.

Was Sie vorher mitteilen sollten

  • Implantate und Geräte im Körper. Bei „bestimmten medizinischen Implantaten oder Geräten im Körper wie Herzschrittmachern, Prothesen oder Defibrillatoren“ ist eine MRT nicht ohne Weiteres möglich. Das gilt auch für Metallsplitter, Gefäßclips, Insulinpumpen und Cochlea-Implantate.
  • Metall am Körper. Vor der Untersuchung sind „alle Gegenstände und Kleidungsstücke mit Metall“ abzulegen — Brille, Schmuck, herausnehmbarer Zahnersatz.
  • Schwangerschaft. „Bei Frauen ist eine MRT-Untersuchung in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft – wenn möglich – zu vermeiden.“
  • Nierenerkrankungen und Allergien. Siehe oben.
  • Platzangst. Sie ist häufig und kein Grund, die Untersuchung abzusagen — es gibt Vorgehensweisen dafür, und es gibt offene Bauformen. Sprechen Sie es vorher an.

Was dieser Beitrag nicht leistet

Er nennt keinen Handelsnamen und keinen Hersteller.

Er nennt keine Dosierungen.

Er entscheidet nicht, ob eine MRT mit oder ohne Kontrastmittel sinnvoll ist — das ergibt sich aus der Fragestellung und wird radiologisch entschieden.

Quellen

  • Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): MRT in der Krebsmedizin, Stand 24. September 2024 — Funktionsweise ohne ionisierende Strahlen, gadoliniumhaltige Kontrastmittel, Verabreichung und Ausscheidung, eingeschränkte Nierenfunktion, leichte und schwere Nebenwirkungen, Metall und Implantate, Schwangerschaft, Platzangst
  • Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Gadolinium-containing contrast agents — referral, Verfahren nach Artikel 31, Abschluss 20. Juli 2017, Entscheidung der Europäischen Kommission 23. November 2017 — Aussetzung der Zulassung für Gadodiamid, Gadopentetsäure und Gadoversetamid, Ausnahmen für Gadoxetsäure und Gadobensäure bei Leberaufnahmen sowie für intraartikuläre Gadopentetsäure, höhere Stabilität der makrozyklischen Mittel Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol, kein Nachweis eines Schadens durch Gadoliniumablagerung im Gehirn

Zuletzt überarbeitet am

Hinweise zu Aktualisierungen und Korrekturen

Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 8. September 2026 inhaltlich korrigiert.

Korrektur: Dieser Beitrag wurde am 12. September 2026 inhaltlich korrigiert.